Kultur, Kunst und Interaktion

Im heutigen Standard wird berichtet, dass Yanis Varoufakis, der Wissenschafter, Vordenker und Rebell in der Politk Europas,  im Rahmen seiner Plattform für eine neue Demokratie in Europa etwas Ungewöhnliches macht – er bindet eine Kultur-Technik, genauer gesagt Kunst, als zentrale Methodik ein.

Smile
Logisch könnte man sagen, er ist ja mit einer Künstlerin verheiratet!
Ich finde es schön, wenn zwei Menschen nicht nur ihr Leben einfach absolvieren, sondern mit Sinn füllen. Das tun die beiden offensichtlich. Mehr noch: sie tauschen sich sogar darüber aus und ergänzen einander in zwei so unterschiedlichen Disziplinen wie der Wirtschaftswissenschaft und der bildenden Kunst, und sie sind nicht zuletzt beide der Überzeugung, dass Kunst die Welt verändern kann.
Interessant ist aber auch ein Projekt der griechischen Künstlerin und besagten Ehefrau Varoufakis´, Danae Stratos: sie erstellt eine Weltkarte der Hoffnungen und Ängste der Menschen. Die Informationen dazu erhält sie aus Interviews. Ihre Fragen lauten: „Was möchten sie beschützen?“ und „Wovor haben sie Angst?“. Die erste Landkarte dieser Art ist in Griechenland entstanden.

Ich erlaube mir nun, diese Idee ein wenig weiter zu spinnen:
Wie würde diese Landkarte derzeit in Österreich aussehen?
Nehmen wir an, es käme noch eine weitere Frage hinzu: „Haben sie derzeit Angst, dass sich die Gesellschaft in eine bedrohliche Richtung entwickelt?“

Es ist bekannt, dass zur Zeit viele eher skeptisch bis ängstlich in die Zukunft blicken, je öfter ein ja kommt, desto tiefer wird die Gegend in rot gefärbt.
Allerdings fände ich interessant zu sehen, ob unsere aktuelle Landkarte wirklich dunkelrot oder doch eher zartrosa wäre…

Wenn man weiter denkt und diese Landkarte in Gedanken interaktiv gestaltet – mittels einer sensitiven Live App immer die Farbe abgebildet wird, die den aktuellen Zustand des fühlenden Menschen darstellt, wie würde sie zu welcher Gelegenheit aussehen?
Wir müssen uns hier noch auf ein Farbschema einigen. Ich schlage folgendes vor: lassen Sie uns gedanklich noch die Farben gelb für überschwengliche Fröhlichkeit, grün für hoffnungsvolles Fühlen und Denken und blau für eine zufriedene Ruhe zum Rot für Angst dazu nehmen.

Wie würde die lokale Landkarte in einer Geburtenstation aussehen?
Wie in einer Klasse , die gerade die Fragen für die Zentralmatura erhält?
Oder wie in einer Tierarztpraxis, kurz nachdem die erleichternde Nachricht kommt, dass doch keine Komplikationen auftreten werden?
Und wie würde sie nach einem achtsamen, unbeschwerten, wild-fröhlichen Auftritt von Emergency Smile Clowns im jordanischen Flüchtlingslager Za´atari aussehen?
Nun zu den ersten drei Fragen haben wir eine klare Vorstellung richtig?
Zur vierten kann ich Ihnen berichten: die Emtionen waren gelb, tief gelb. Eine Landkarte voll mit dieser fröhlichen Farbe – das helle Gelb der Kinder, das orange-gelbe Gelb Eltern und das solide Gelb – Grün aller Staff-Angehörigen der humanitären Organisationen, inklusive der Clowns.

Wie würde die Landkarte für Bettroffene der „Forced Migraton Crisis“ zur Zeit hier aussehen, nachdem Menschen tausende von Kilometern gewandert sind, um eine neue Zukunft zu beginnen und jemand sagt: „Hallo, herzlich willkommen!“ , „Es wird nicht leicht, aber wir kriegen das hin. Bitte mach mit, interessiere dich für uns, unsere Kultur, unsere Werte, unsere Gesellschaft und unseren Freiheitsbegriff! Tausch dich mit uns aus, lass uns wissen, wie du darüber denkst. Hast du uns etwas zu geben?“ Oder etwas weniger direkt, evenuelle kulturell akzeptabler formuliert: „Stell dir vor ein Storyteller würde erzählen, welche Botschaft hätte er für uns?“

Ich behaupte bei beiden sich unterhaltenden Individuen würde sich etwas im Farbspektrum grün bis gelb abspielen.

Es wird allerdings auch sehr deutlich wie wichtig es ist, mittels der Aufgaben- oder Fragestellung stimmige und teilweise auch umsichtig provokante oder fordernde Impulse zu setzen. Das Selbstverständnis von Karola Sakotnik creating culture ist es, genau das zu tun: Erlebnisse sowohl für Individuen oder für viele zu inszenieren!
Richtige Fragen für ein Interview, Biographie-Arbeit im Sinne eines Hörportraits, Theaterworkshops mit Clownerie und Improvisation, bei denen man einfach miteinander spielt, sich misst und in Kontakt kommt, Geschichten erzählen und Schreiben der eigenen Geschichte, im Sinne einer Sichtweise eines Ereignisses.
Alles beginnt immer beim Einzelnen und wird für einen kleinen Kreis bis hin zu Großgruppen inszeniert – mit Hilfe von Aktionen die sich Themen unserer an sich zerrissenen, oft sinnentleerten Gesellschaft, innovationssuchender Unternehmen oder für unseren akuten Spiegel: die Flüchtlingskrise annehmen. Konkrete Interaktionsarbeit für unser emotionales, perzeptuelles Leben im Rahmen unserer erfundenen, emotionalen Landkarte, gestützt auf Respekt, Toleranz, Akzeptanz und im Idealfall freiwilliger Assimilation.

Mit herzlichen Grüßen

Karola Sakotnik

Anmerkung: Assimilation ist hier im Sinne der Psychophysiologie gemeint: Assimilation (Psychophysiologie), die Angleichung (aus freien Stücken bzw Überzeugung) eines neuen Bewusstseinsinhaltes an das in Bereitschaft stehende Material

Live @ vienna congress! Mr Mohamed ElBaradei; Nobel Peace Laureate: "the question if refugees are a burdon or not shocks me, human lives should not be put in economic terms…"He is so right!

Posted by Karola Sakotnik creating culture on Dienstag, 19. Januar 2016

Bin grad auf etwas aus meiner Vergangenheit gestoßen – ein schönes Projekt!

Posted by Karola Sakotnik creating culture on Montag, 4. Januar 2016

Interview mit Karola Sakotnik