Karriere Pilotinnen: Manipulationsspiele

Karriere Pilotinnen: Manipulationsspiele

Kennen Sie das – Sie werden in einen Konflikt verwickelt und reagieren. Profi wie Sie sind, natürlich perfekt. Zumindest nach den Spielregeln, die von uns Frauen perfekt umgesetzt werden, wenn wir ganz geschäftlich agieren: alles wird ausschließlich auf der sachlichen Ebene abgehandelt. Nach getaner Arbeit, werden Sie den Gedanken nicht los, dass zwar offensichtlich alles geregelt ist, aber irgendetwas ist da noch.

Sie setzen sich hin und denken alles noch einmal gründlich durch. Das Meeting in dem  der Konflikt seinen Ausgang genommen hat, die Reaktion der Kollegen, die der Kolleginnen und dann ihre eigene.

Konkret: was ist passiert?

Eine Kollegin aus der Buchhaltung hat Sie bezichtigt, Ihre Aufgaben als Projektleitung mehr als ungenau zu erledigen, daher hätte sie einen Fehler gemacht. Kurz, nicht sie ist für ihren Fehler verantwortlich, sondern Ihre unverantwortliche, schusselige Arbeitshaltung. Allen im Raum ist klar, dass hier ein Stellvertreterkrieg eröffnet wurde. The game is on! Wie werden Sie reagieren? Zurückschießen, den Fehdehandschuh annehmen, aber vorerst untätig bleiben, beleidigt weggehen? Fasziniert sind alle darauf aus, einem Schlagabtausch zusehen zu können.

Bei Ihnen geht das alles aber nicht so schnell. Da aus der Hüfte geschossen worden war, sind Sie vorerst, ganz Profi, damit beschäftigt auf der sachlichen Ebene zu reagieren. Sie prüfen also innerlich schnell, ob etwas Wahres an der Anschuldigung sein könnte. Haben Sie etwas vergessen? Oder sogar etwas übersehen? Und Sie fühlen mit der Kollegin. Wie schlimm, wenn sie als Buchhalterin aus diesem Grund einen Schlampigkeitsfehler gemacht hat. Und das wo sie doch immer beteuert, wie genau sie ist. Es wird also nichts mit dem schnellen Schlagabtausch – enttäuschte Zuseher im Raum.

Alle gehen also auf ihre Art mit dem Ereignis um. Die Herren haben die Spannung wahrgenommen, gleich im Anschluß eine Ehrenrunde in Positionsgehabe gedreht und Sie dann mit dem Geheimcode, ausschließlich über Blicke, zu steuern versucht: „….bleib sachlich!“

Die Kolleginnen haben sich sofort auf die Seite der vermeintlich Schwächeren geschlagen und sind ganz offentsichtlich vor allem darum mbemüht, die Harmonnie wieder herzustellen. Ein Konflikt im Raum wird als inakzeptabel wahrgenommen. Klärung allerdings auch. Und bei Ihnen sickert erst langsam durch, was da gespielt wird.

Manipulationstechniken

In der Sprache der Manipulationstechniken nennt Gloria Beck in ihrem Buch „Verbotene Rhetorik, die Kunst der skrupellosen Manipulation“ erschienen im Piper Verlag,  dieses Vorgehen Intrigentechnik. Der Kern jeder Intrige ist der gekonnte Vertrauensmissbrauch. Selbst ranghohe Personen kommen nämlich  nicht umhin, einem ausgewählten Personenkreis vertrauen zu müssen. Diesen Schwachpunkt heißt es anzugreifen.

Die vorgestellte Spielart wird meistens angewandt, wenn eine Firma jemand los werden möchte, sie/er allerdings gute Arbeit leistet, es also teuer werden kann, sie/ihn einfach zu entlassen. Das Ziel ist, die/den Mitarbeiter/in so zu verunsichern, dass sie/er unkonzentriert wird und im Anschluß an die Anschuldigungen wirklich ähnliche Fehler, wie den vorgeworfenen macht. So wird die Person mürbe gemacht, bis sie von selbst geht – oder entdeckt was gespielt wird und ist so enttäuscht, dass sie/er auch von selbst geht. Ein/e Vertraute/r der Geschäftsleitung wird beauftragt, zu handeln. Damit wird gleichzeitig deren/dessen Abhängigkeit verstärkt und sie/er handelt, weil sie/er sich daraus einen Vorteil für die Zukunft erhofft.

Das Ganze ist kein ungewöhnliches Vorgehen, aber ein höchst fragwürdiges. Das Ergebnis bei der Beschuldigten von oben ist auf jeden Fall tiefe Verunsicherung, die erfolgreich verstärkt wird, wenn sich die Anschuldigungen wiederholen.

Wenn man nun den Blickwinkel der Firma einnimmt, die die/den Mitarbeiter/in loswerden will, wird man feststellen: Funktionieren tut das gut! Entweder wird die Person, weniger effizient arbeiten, weil sie beschäftigt ist, ihren Ruf wieder herzustellen, nachdem sie die Wunden geleckt hat. Oder sie wird eine Intrige spinnen, um Rache zu üben. Je nach persönlichem Wertesystem gibt es noch weitere destruktive Handlungsmöglichkeiten. Je nachdem ist es nur eine Frage der Zeit bis die Person aufgibt oder die Firma ihr etwas vorwerfen kann und man sich dann auf diese Weise trennt. Parallel hat sich allerdings auch die Kultur im Unternehmen geändert: Das Opfer ist zum Täter geworden, der Kreislauf mit Angriff und Abwehr hat begonnen, viele Mitarbeiter sind involviert, vieles wird sichtbar und man kann das als CEO je nach Bedarf auch ganz leicht nutzen, um ein Großreinemachen zu starten.

Emotionen im Berufsleben

Zurück  zu unserem Ausgangspunkt wieder oben: Die Betroffene hat vermeintlich perfekt reagiert – sachlich die Anschuldigung wahrgenommen, die Tatsachen ruhig angenommen, sie war kritikfähig und hat sich vielleicht sogar entschuldigt. Und damit hat sie sich als Opfer deklariert. Denn das wichtigste hat sie ausgeblendet: ihr menschliches Recht darauf, Emotionen zu zeigen und ihre Grenzen zu wahren. Vor allem wenn diese deutlich verletzt wurden. Gerade wir Frauen empfinden diese Überschreitungen unserer persönlichen Grenzen immer sehr aggressiv. Aggressivität ist in unserer Kultur mit Gewalttätigkeit assoziiert und das wird als bedrohlich wahrgenommen. Bedroht-Sein löst starke emotionale Empfindungen aus. Sobald wir allerdings starke Emotionen wahrnehmen, tritt die innere Zensorin auf´s Spielfeld: Denn wir haben auch gelernt, dass Emotionen in der Berufswelt möglichst keine Rolle spielen sollten.

Das stimmt für gewisse Emotionen sogar, allerdings tendieren wir dazu, Verletzungen unserer Persönlichkeit als „wegzusteckende Emotionen“ einzuordnen, anstatt gerade hier schnell aufzuhorchen und angemessen zu reagieren.

Was wäre in diesem Fall eine angemessene Reaktion?

Die Verletztheit zeigen, würdevoll!, und einfordern, dass diese persönliche Grenzverletzung in Zukunft zu unterlassen ist. Ausgangspunkt war der Fehler der Kollegin aus der Buchhaltung, nicht Ihrer. Sie sind gern bereit, die Fehlerkette zu analysieren, allerdings muss als Grundbedingung Ihre persönliche Integrität gewährleistet sein. Legen Sie die Bedingungen fest, wie diese Integrität aus hrer Sicht gewährleistet werden kann. Und ziehen Sie in Betracht, dass Sie wahrscheinlich auch eine Entschuldigung bruachen bevor Sie zum Business-as-Usual bereit sind.

Was wird die Folge sein?

Sie übernehmen damit Verantwortung! Nicht nur für Ihre eigene Integrität, sondern auch für eine Kultur der Kollegialität und Kooperation. In so einer Kultur können die Themen beim Namen genannt werden, man wird sich über die Inhalte austauschen, die es anzusprechen gilt. Verbunden mit einer achtsamen Haltung, wird das menschlich, liebevoll und trotzdem genau am Punkt stattfinden.

Für eine Kultur der friedvollen Menschlichkeit in Unternehmen!

Gute Leader übernehmen für diese Haltungen Verantwortung. Sie wissen, dass Menschen am besten arbeiten, wenn sie in einem entspannten, produktiven Umfeld arbeiten dürfen. Genau dort sind sie kreativ, effizient und identifizieren sich in hohe Maße mit ihrem Unternehmen. Das wiederum steigert die Produktivität. Sie trainieren gemeinsam mit ihren MitarbeiterInnen, wie man unterscheidet, welche Emotionen Platz haben müssen und welche wirklich nichts am Arbeitsplatz verloren haben. Sie trainieren auch, wie man angeblich komplizierte Themen anspricht und sie schließen miteinander einen Pakt:

  • einen achtsamen Umgang zu pflegen
  • ganz genau und professionell in der Sache zu sein
  • sich auf 4-5 Grundwerte zu einigen nach denen gehandelt wird

Das Ergebnis: engagierte, produktive Teams, mit hoher Effizienz und geringen Fehlerquoten

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